Bates Motel – Staffel 4

Nachdem er verwirrt auf einem Acker gefunden wird, kann selbst Norma (Vera Farmiga) es nicht mehr verdrängen: Mit ihrem Sohn Norman (Freddie Highmore) stimmt etwas nicht. Doch die vornehme Pineview-Klinik ist teuer und Norma pleite, nachdem eine Umgehungsstraße das Motel unrentabel gemacht hat. In ihrer Not heiratet Norma einen Bekannten mit Versicherung und bringt damit den labilen Norman gegen sich auf …


Humor: 1 von 5 Punkten                                   Action: 2 von 5 Punkten

Spannung: 3 von 5 Punkten                             Romantik: 4 von 5 Punkten


Mir hat es bei dieser Staffel ein wenig an Tempo gefehlt. Einerseits hat der Fokus von „Bates Motel“ ja schon in vorigen Seasons sehr auf den Figuren und Dialogen gelegen, die ja beide eine große Stärke dieser Serie sind.
Andererseits ging es auch immer um die Konflikte zwischen Familie Bates und Pineview: Dylan und seine Verwicklung in die Drogengeschäfte der Stadt, Normas Versuche, ihr Motel zu retten usw.
Auch wenn die Handlung um die düsteren Seiten von Pineview manchmal etwas fehl am Platz und gewollt wirkte, hat sie doch für Spannung und Action gesorgt, die bei einem reinem Mutter-Sohn-Drama so nicht entstanden wäre. Eine Figur wie Alex Romero hätte ohne diese Handlungsstränge wohl auch nie eine konkrete Daseinsberechtigung bekommen, womit gerade in Staffel 4 einiges an Drama gefehlt hätte. Weiterlesen

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Filmkritik „Ricki – Wie Familie eben so ist“

Rockröhre Ricki (Meryl Streep) lebt in Kalifornien ihr Leben als Leadsängerin der Band „The Flash“, der sie ihr Leben gewidmet hat. Erst als sich Rickis Ex-Mann Pete (Kevin Kline) meldet und sie bittet, nach Indianapolis zu kommen, weil die gemeinsame Tochter (Mamie Gummer) eine schwere Zeit durchmacht, verlässt sie schließlich Kalifornien und macht sich auf den Weg zu ihrer Familie. Als Ricki, die ihre Kinder und ihren Mann einst verlassen hat, um Rockstar zu werden, dort ankommt, muss sie feststellen, dass die alten Wunden noch lange nicht verheilt sind.

Produktionsland: USA                                                 Länge: 101 Minuten

Originalsprache: Englisch                                           Regie: Jonathan Demme

Originaltitel: Ricki an The Flash                                Altersfreigabe: FSK 0

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Neue Staffeln und Filme bei Netflix!

Draußen wird es allmählich kälter und ungemütlicher, da möchte man am liebsten daheim bleiben und ein wenig netflixen. Gut, dass Netflix uns zurzeit mit vielen neuen Staffeln und Filmen überrieselt. Hier mal ein kurzer Überblick:

American Horror Story, Staffel 6
seit 28. September 2017

 

 

 

The Walking Dead, Staffel 7
seit 25.Oktober 2017

 

 

 

Stranger Things
seit 27. Oktober 2017

 

 

 

Pirates of the Caribbean – Am Ende der Welt
ab 1. November 2017
(deutscher Trailer)

 

 

 

Edge of Tomorrow
ab 9. November 2017
(deutscher Trailer)

 

 

 

 

Marvel’s The Punisher
ab 7. November 2017

 

 

 

 

House of Cards, Staffel 5
ab 30. November

 

 

 

 

Viel Spaß beim Reinschauen!
sjr

Demnächst auf DVD: „Despicable Me 3“

Kurz zur Story, obwohl der Trailer hier schon den wichtigsten Punkt spoilert: Gru (Steve Carrell) hat einen Zwillingsbruder namens Dru (nochmal Steve Carrell). Dass Dru gerne ein Bösewicht wäre und vom finanziellen Status her betrachtet, mit Bruce Wayne konkurrieren könnte, kommt Gru gerade recht. Immerhin wurden er und Lucy (Kristen Wiig) nach einer verpatzten Mission kurzerhand von der AVL (Anti-Villain-League) gefeuert. Um Ex-Kinderstar und Oberbösewicht Balthazar Bratt (Trey Parker) zu stoppen, muss Gru nunmehr große Geschütze auffahren. Wie praktisch, dass sein Bruder da einiges in petto hat. Unpraktisch ist hingegen, dass Dru unbedingt einen Wingman für seine Pläne als Bösewicht braucht und nebenbei auch eher tollpatschig veranlagt ist … Weiterlesen

FantasyFilmFest 2017

Aus zeitlichen Gründen habe ich es bisher noch gar nicht geschafft, euch die Filme vom FFF vorzustellen, die ich gesehen habe. Da heute allerdings Halloween ist, dachte ich, dass dies doch eine schöne Gelegenheit wäre, um das nachzuholen. Daher hier meine persönliche Hitliste mit kurzem Kommentar:

Platz 1: IT

Genre: Horror
Altersfreigabe: FSK 16

 

 

 

 

Meine Meinung: „It“ gehörte für mich zu den besten Filmen, die ich dieses Jahr auf dem FFF gesehen habe. Obwohl vorher viel vom Hin und Her hinter der Kamera geunkt wurde, war ich einigermaßen begeistert von der diesjährigen Version des Horror-Bestsellers nach Stephen King. „It“ ist eine stimmige Mischung aus Coming-of-Age-Story und Horrormovie, die mit äußerst überzeugenden Darstellern brilliert. Auch das Setting ist gelungen und versetzt den Zuschauer ganz im Sinne von „Stranger Things“ in eine andere Zeit. Tatsächlich ist das Reboot ein ganz neuer Film geworden, der sich von seinem Vorgänger positiv abhebt, indem er andere Schwerpunkte setzt und man insgesamt mehr in die psychologische Entwicklung der Figuren eintaucht. Infolgedessen sind sowohl Pennywise als auch die Teenager als Charaktere um einige Nuancen anders als im Film von 1986. Etwas schade ist, dass man hier und da zu sehr auf Schockmomente gesetzt hat, um sich abzuheben. Der Film hätte in meinen Augen auch dann funktioniert, wenn man nicht gezeigt hätte, wie einem Kind der Arm ausgerissen wird.

Fazit: Dafür vergebe ich genre-intern 9 von 10 roten Ballons. Allgemein vergebe ich 8,5 von 10 Sternen.


Platz 2: It comes at Night

Genre: Endzeit-Drama
Altersfreigabe: FSK 16

 

 

 

 

Meine Meinung: „It comes at Night“ folgt „It“ in seiner Qualität ganz dicht auf den Fersen, dürfte aber für Slasher-Fans eher anstrengend sein, denn der Film nimmt sich Zeit, den Zuschauer in seine Welt einzuführen. Diese bleibt bis zum Ende ziemlich mysteriös, was nicht zuletzt daran liegt, dass man vieles nicht direkt gezeigt oder erklärt wird. Vielmehr muss man die Zusammenhänge aus den Konversationen der Figuren entnehmen und sieht die Welt aus der Perspektive des Teenagers Travis, der mit seinen Eltern vor den Gefahren einer postapokalyptischen Welt in eine Waldhütte geflohen ist. Dort lebt die Familie ein relativ abgeschlossenes Leben, das in seiner Routine lediglich durch die allgegenwärtige Angst einer Infektion mit einem tödlichen Virus durchbrochen wird. Klaustrophobie, Angst und Beklemmung sind hier Horror – umso mehr, da man sich eine solche Welt durchaus vorstellen könnte.

Fazit: Dafür vergebe ich genre-intern 9 von 10 flüchtenden Hunden. Allgemein vergebe ich 8,5 von 10 Sternen.


Platz 3: The Autopsy of Jane Doe

Genre: Horror
Altersfreigabe: FSK 16

 

 

 

 

Meine Meinung: Der Titel ist hier Programm, denn tatsächlich steht die Autopsie der unbekannten jungen Jane Doe im Mittelpunkt des Films und bekommt viel zeit eingeräumt. Ein starker Magen ist da empfehlenswert, denn in diesem Kontext bleibt wenig ausgespart. Gerade in diesem Zusammenhang wandelt sich der Film zum Kammerspiel, denn es gibt lange Zeit nur Vater und Sohn am Seziertisch. Das sich diese Konstellation nicht so zieht, ist der gelungenen Darstellung der Figuren geschuldet, die das zunehmende Grauen ihrer Figuren greifbar machen.
Erst zur Mitte des Films wird ein Plot um die Herkunft der mysteriösen Leiche gestrickt, der jedoch etwas konstruiert daherkommt und sich nicht recht an die spannende Atmosphäre der ersten Hälfte anfügen will. Obwohl einige Szenen einen kalten Schauer bei mir verursacht haben, war ich von der Auflösung etwas enttäuscht, infolge dessen der Film leider auch recht vorhersehbar wird.

Fazit: Dafür vergebe ich genre-intern 7 von 10 Seziertischen. Allgemein vergebe ich 6,5 von 10 Sternen.


Platz 4: This is your Death

Genre: Drama, Satire
Altersfreigabe: keine Angabe gefunden

 

 

 

 

Meine Meinung: Die Grundidee, nämlich, dass es eine TV-Show geben könnte, die Menschen beim Suizid und dabei im Wettkampf gegeneinander zeigt, ist per se zwar nicht schlecht, aber irgendwie war „This is your Death“ für mich die große Enttäuschung des FFFs 2017. Ein kruder Schnitt und eine hektische, irgendwie herbeikonstruierte Charakterentwicklung machen aus der Satire eine recht anstrengende Erfahrung, weil man nicht recht schlau wird, warum sich die Figuren so verhalten, wie sie sich verhalten. Hinzu kommt der Umstand, dass einerseits recht intensiv auf die Tränendrüse gedrückt und andererseits hemmungslos satirisch gegen die Showbranche gestichelt wird, sodass man sich fragt, was der Film eigentlich sein möchte. Obschon recht viele bekannte Gesichter (u. a. Famke Janssen aus „X-Men“) sich hier die Klinke in die Hand geben, ist dieser Film irgendwie verunglückt.

Fazit: Dafür vergebe ich genre-intern 4 von 10 Showmastern. Allgemein vergebe ich 4,5 von 10 Sternen.

Soviel zu meinen Erfahrungen vom diesjährigen FFF! Jetzt bleibt mir nur noch, euch einen schönen Halloweenabend zu wünschen!

sjr

Halloweenspecial: Buffy feiert 20. Geburtstag!

Dieses Jahr feierte die von Joss Whedon kreierte Mystery-Serie „Buffy the Vampire Slayer“ (in Deutschland: Buffy – Im Bann der Dämonen) ihren 20. Geburtstag. Höchste Zeit, im Rahmen eines Halloweenspecials mal zurückzuschauen, was die Serie über die Dämonenjägerin so besonders gemacht hat.128px-Buffy_the_vampire_slayer.svg

Was man häufig liest, ist ja die Feststellung, dass die Mischung aus Humor, Action sowie Soap-Elementen viele Zuschauer begeistert hätte. Da ist durchaus was dran, denn natürlich hat diese Mixtur den Unterhaltungswert der Serie ausgemacht, denn es war für jeden was dabei. Dabei war vor allem die Action in dieser Form besonders, da ja nicht nur geschossen und gerannt, sondern sogar ziemlich anspruchsvoll mit Schwert, Stab oder bloßen Fäusten in diversen Kampfstilen gekämpft wurde. Ganz so neu war es natürlich nicht, dass Frauen auch mal Kampfmaschinen sein durften, denn seit 1995 gab es ja auch schon die trashige TV-Serie „Xena“, in der Lucy Lawless zahlreiche Gegner einhändig vermöbelte. Doch während Xena von Grund auf etwas Wildes und Brutales anhaftete, war Sarah Michelle Gellar in ihren modischen Klamotten und mit ihrem jugendlichen Sarkasmus eine Figur unserer Gegenwart, die sich selbst nicht immer so ernst nahm.pic_1220106528_1
Dass die Hauptrolle von einer Blondine gespielt wurde, die erst mal sehr an die typischen blonden Opfer aus Horrofilmen erinnerte,  war zudem ein Bruch der bisherigen Konventionen im Horrorgenre. In „Buffy“ wurde nämlich besagtes Blondchen zur Heldin, die den Bösewichtern mal kräftig in den Hintern trat. Allerdings war sie zugleich auch eine Heldin mit Ecken und Kanten, nicht nur eindimensionales Kampf-Püppchen. Sie konnte liebenswürdig, lustig und sympathisch sein. Manchmal aber auch zickig, hart und egozentrisch. Zugleich war sie wiederum diejenige auf der die Last des Jägerinnendaseins lag, diejenige, die die Welt retten musste. Für den Zuschauer war sie somit als Figur jederzeit glaubhaft und ihre Entwicklung vom naiven Teenager zur jungen Erwachsenen dank der Soap-Elemente auf jeden Fall spannend. Denn tatsächlich wurden die Macher hinter der Serie mit jeder Staffel auch mutiger und ließen ihre Heldin auch gerne mal peinliche oder negative Entwicklungen durchleben. Jedoch nicht in ganz so krasser Form wie heute, wo jeder Held auch irgendwie Anti-Held sein und intensiv Grenzen austesten muss.Buffy_The_Vampire_Slayer_cast2 (1)
Doch nicht nur die Namensgeberin der Serie war der Grund für deren durchschlagenden Erfolg. Auch die Nebencharaktere haben in der Popkultur eingeschlagen. So könnte man durchaus vermuten, dass Buffys erste Beziehung mit Angel, dem reuigen Vampir, wohl nicht von ungefähr an eine Buch- und Filmreihe der Gegenwart erinnert, in der eine junge Frau einem attraktiven Blutsauger verfällt. Allerdings war bei „Buffy“ das Konzept dieser Romanze schon mal ein ganz anderes, was die Frauenrolle auch eindeutig emanzipatorischer gestaltet hat. Doch auch der männliche Part in dieser Romeo-und-Julia-Verbindung war mehr als nur der Boyfriend: Angel (David Boreanaz) wurde zunehmend eine eigene Figur, die mehr als nur Buffys Flamme war. Er bekam schließlich eine eigene Serie, die ihrer Mutterserie durchaus das Wasser reichen konnte (Angel – Jäger der Finsternis) und nochmal einen düstereren Ton anschlug.
Auch andere Nebencharakatere durchliefen interessante Entwicklungen, die die Serie zu einen der innovativsten machten, die ich kenne. So waren die Autoren nicht zu feige, Buffy starke Mitstreiter an die Seite zu stellen, die Buffy die Meinung geigten oder mal zur gegnerischen Seite überliefen. Mit anderen Worten: Auch die Nebenfiguren, so sehr man sie zu kennen glaubte, waren auch immer für Überraschungen gut. Dass „Buffy“ schließlich mehr war als nur eine nette Girlie-Power-Serie zeigt nicht zuletzt die Entscheidung Whedons, einen der wichtigsten Hauptcharaktere, nämlich Buffys Freundin Willow (Alyson Hannigan), lesbisch werden zu lassen. Das war für das Jahr 1999 was Neues: Eine lesbische Liebesbeziehung im TV, die offen und selbstverständlich gezeigt wurde. Whedon hat hier also schon früh in vielerlei Hinsicht einiges fürs female Empowerment getan. Kein Wunder, dass Sarah Michelle Gellar etwas angekratzt reagierte, als „Wonderwoman“ dieses Jahr als erstes Werk gefeiert wurde, das etwas für die Bedeutung der Frauen im Film getan hat.
Aber genug von den Figuren, denn tatsächlich gibt es noch einen weiteren Punkt, der „Buffy“ auf dem mittlerweile endlosen Serienmarkt heraushebt: So simpel das Konzept der Serie insgesamt klingt, „Buffy“ war auch eine Serie mit Köpfchen, spielte sie doch recht häufig mit Metaphern. Ein Beispiel hierfür ist die Anti-Buffy, die ab der dritten Staffel durch Sunnydale tobte: Faith (Eliza Dushku). Mit Faith bekam Buffy einen Gegenpol, der ihre eigene dunkle Seite verkörperte. Fast wie der Mephisto in Goethes „Faust“, da auch Buffy von Faith erst mal von ihrem Kurs abgebracht wurde – mit den entsprechenden Konsequenzen. Genauso waren die Dämonen sind oft nicht nur einfache Gegner-der-Woche, sondern standen oft für die Konflikte, die Heranwachsende typischerweise durchleben.

Natürlich kann man noch viel mehr über „Buffy“ schreiben – ganze Bücher sogar, wie ein Blick in die wissenschaftliche Literatur zeigt, in der sich einige Arbeiten über die Serie finden lassen. Doch an dieser Stelle möchte ich die Serie abschließend nochmal für sich selbst sprechen lassen und euch meine Hitlist mit den fünf besten „Buffy“-Episoden vorstellen:

Die fünf besten Buffy-Folgen

  1. Das große Schweigen, Staffel 4, Folge 10 (Hush)

Story: Die Bürger von Sunnydale verstummen plötzlich. Über Nacht verlieren alle ihre Stimme und schaurige Gestalten, die den Menschen ihre Herzen rausreißen, schweben durch die Stadt. Buffy und die Gang versuchen dem Phänomen auf den Grund zu gehen, wobei Buffy mal wieder mit der Initiative zusammenstößt und einen Bekannten trifft.

Dass „Hush“ den ersten Platz bekommt, ist für die richtigen Fans vermutlich keine Überraschung. Die hochgelobte und sogar prämierte zehnte Folge aus der vierten Staffel zeichnet sich dadurch aus, dass fast 30 Minuten von den üblichen 45 Gesamtminuten geschwiegen wird – und es trotzdem eine Handlung gibt! Und diese Handlung fesselt, bis zur letzten Minute, wenn Buffy ihre Stimme wiederfindet und nebenbei noch eine Überraschung erlebt, wenn sie einem Vertreter der Initiative begegnet.

Was die Folge heraushebt: Story und Regie sind super, man kann lachen und sich gruseln. Alles (fast) ohne Dialoge. Muss ich mehr sagen?

2. Noch einmal mit Gefühl, Staffel 6, Folge 7 (Once More with Feeling)

Story: Der Dämon Sweet kommt nach Sunnydale und plötzlich fangen alle an, wie wild zu singen und zu tanzen. Nach einigen netten Tanznummern entführt Sweet Dawn (Michelle Trachtenberg) und die emotional angeschlagene Buffy muss ihrer Schwester zu Hilfe eilen.

Jaa, zugegeben, „Once more with Feeling“ schrammt hier und da ordentlich am Kitsch entlang und hat seine anstrengenden Momente, v. a., wenn Emma Caulfield alias Anya für den Comic-relief sorgen soll und einfach nur nervig ist. Außerdem ist der Aufhänger nicht besonders glaubhaft: Xander (Nicholas Brendon) hat den Dämon Sweet gerufen, weil er dachte, es wäre doch lustig, wenn alle ein wenig singen und tanzen würden. Okay, ziemlich dumm für jemanden, der Jahre lang, der Jägerin über die Schulter schauen durfte und gesehen hat, dass Magie immer ihren Preis hat.
Doch alles in allem ist „Once more …“ eine sehr besondere Episode, die im Gedächtnis bleibt. Der Soundtrack ist gut komponiert und teilweise gibt es richtige Ohrwürmer. Feeling ist hier Programm, denn es wird emotional und man kauft jedem Charakter seine Gefühle ab – selbst Anya. Natürlich stechen vor allem die geübten Sänger Anthony Stuart Head (Giles), Amber Benson (Tara) und James Masters (Spike) heraus, die die besten Songs abliefern, während Sarah Michelle Gellar manchmal ein wenig am Ton vorbei zu singen scheint, aber das ist zugegebenermaßen nur meine Laien-Einschätzung.

Was die Folge besonders macht: Die Idee, singende und tanzende Dämonen und ihre Häscher zu zeigen, hat schon was. Storytechnisch werden hier außerdem die Entwicklungen der fünften und sechsten Staffel auf den Höhepunkt getrieben und führen zu einigen wichtigen Bewegungen, die schon lange angesagt waren. Also insgesamt ist die Folge auch inhaltlich nicht einfach nur eine Ausrede für ein wenig Geträller, sondern wichtig für die Entwicklung der Figuren.

3. Tod einer Mutter, Staffel 5, Folge 16 (The Body)

Story: Buffy kommt nach Hause und findet ihre Mutter Joyce (Kristine Sutherland) leblos auf dem Sofa. Dawn verkraftet den Tod ihrer Mutter nicht und versucht, diese mit Magie wiederzubeleben.

Diese Folge war in vielerlei Hinsicht schockierend. Während der Zuschauer auf der einen Seite einen bewährten Charakter plötzlich aufgeben musste, wurde zum ersten Mal sehr klar, dass es auch außerhalb der Welt der Monster und Dämonen Schrecken gibt. Besonders bewegend ist daher der Anfang der Folge, wenn Buffy ihre Mutter leblos auf dem Sofa findet und verzweifelt Wiederbelebungsmaßnahmen versucht,. Zum ersten Mal erlebt man als Zuschauer eine absoult hilflose Jägerin, der ihre Fähigkeiten und Freunde nicht viel helfen können. Die restliche Folge wird dann mit der Trauerverarbeitung zugebracht, was den realistischen Touch verstärkt. Leider musste man dann wohl doch noch irgendeinen mystischen Plot stricken und schickt Dawn vor, die ihre Mutter wiederbeleben möchte. Ab diesem Punkt wird die eigentlich bedeutsame Folge dann etwas vorhersehbar und konventionell.

Was die Folge bewegend macht: Die Wendung überfällt den Zuschauer heimtückisch: Gerade wiegt man sich noch in Sicherheit, dass Joyce über den Berg ist und vom einen auf den anderen Moment ist sie tot. Dass eine Serie über Monster einen so brutal in die Realität holen kann, denn Joyce wird ja nicht von irgendeinem mystischen Ding, sondern von einer Aneurysma getötet, ist schon ein kleiner Coup.

4. Das Ende der Zeit, Staffel 7, Folge 22 (Chosen, Part 2)

Story: Buffy setzt sich gegen den misogynischen Caleb (Nathan Fillion aus „Firefly“) im Kampf um die mystische Streitaxt durch, die ihr beim Kampf gegen das Urböse helfen soll. Die finale Folge endet schließlich mit einer epischen Schlacht zwischen den Jägerinnen und einer Armee von Turok’Han-Vampiren.

Nachdem Buffy in den letzten Folgen der letzten Staffel diverse Rückschläge einstecken musste, wird es im Finale nochmal so richtig spannend. Nebenbei werden noch schnell ein paar Eifersüchteleien zwischen Angel und Spike untergebracht, die aber erst mit Spikes Wechsel nach Los Angeles in der fünften Staffel von „Angel“ so richtig ausgespielt werden können. Hier stören sie fast eher den Erzählfluss der Folge, in der ja so einige Bösewichter niedergemäht werden müssen. Dass man eine Figur wie Buffy, die eine Kampfansge an das Klischee vom dämlichen Blondchen ist, gegen einen frauenhassenden Widerling wie Caleb antreten lässt, ist für die letzte Staffel sehr passend. Umso mehr, da der Endgegner, das Urböse, im Grunde nur mit geballter Frauenpower besiegt werden kann, die von der Hexe Willow entfacht wird. Also wenn das mal nicht ein schönes Beispiel für starke Frauenrollen im TV ist, dann weiß ich auch nicht.

Warum die Folge den vierten Platz verdient hat: Mit der letzten Folge geben die Macher von „Buffy“ nochmal alles und folglich ist auch alles da: Drama, Comedy, Action und Romantik. Die Storyline der siebten Staffel kommt zu einem Abschluss, der auch der gesamten Serie gerecht wird. Größere Überraschungen bleiben leider aus. Dass das Finale trotzdem nicht gegen andere Folgen anstinken kann, liegt vermutlich daran, dass zwar alles eine Nummer größer ist, sie sich aber insgesamt nicht so viel von anderen Finalfolgen der Serie abhebt.

5. Der Preis der Freiheit, Staffel 5, Folge 22 (The Gift)

Story: Glory hat Dawn entführt und will mit ihr ein tödliches Ritual durchführen, um sich selbst in alter Form wiederherzustellen und nebenbei die Tore zu anderen Dimensionen zu öffnen. Buffy und die Scooby Gang eilen Dawn zur Rettung, aber kommen zu spät: Die Tore zu anderen Dimensionen sind bereits geöffnet. Buffy erkennt, dass sie Dawn nur retten kann, indem sie sich selbst opfert.

Wäre Glory als Bösewicht nicht so lächerlich, hätte diese Folge durchaus Potenzial für einen höheren Platz in der Hitliste. Tatsächlich ist das einzige, was Glory als gefährliche Gegnerin auszeichnet, ihre göttliche Stärke. Nichtsdestotrotz ist der Kampf zwischen ihr und Buffy schön anzusehen und Glorys/Bens Ende tatsächliches Ende, das nicht durch Buffys Hand herbeigeführt wird, ein echter Hammer. Die Szenen zwischen Buffy und Spike sind noch schön, was sich dann mit der sechsten Staffel eindeutig wandeln wird. Fans von einer integren und starken Scooby Gang kommen hier voll auf ihre Kosten und dürften dann von der sechsten Staffel einigermaßen erschreckt worden sein.

Was die Folge besonders macht: Buffys letzte Momente sind großartig in Szene gesetzt, die Musik ist wunderbar komponiert und der Abgang ist insgesamt bewegend. Das Drumherum, also der Kampf gegen die Möchtegern-Göttin sind da fast zweitrangig. Lediglich der Fakt, dass (Vorsicht Spoiler!) Giles das zu Ende bringen muss, was Buffy nicht schafft, kann gegen das Ende der Folge anstinken, denn hier bleibt einem aufgrund der Kaltblütigkeit dieses eigentlich sympathischen Charakters erst mal die Spucke weg.

Damit wünsche ich euch noch ein schönes Halloweenfest!
sjr

Dark Shadows Kritik

Es muss schwierig sein, eine ganze Serie in einen Film zu stecken und den glühenden Fans ein gelungenes Wiedersehen mit den geliebten Figuren zu bieten. „Dark Shadwos“ mit dem Dream-Team Johnny Depp, Tim Burton und Helena Bonham Carter versucht sich daran. So recht hat das leider nicht geklappt.
Aber mal zur Story: 1770er Jahre in der Neuen Welt: Nachdem seine eifersüchtige Geliebte Angelique (Eva Green) die Liebe seines Lebens (Bella Heathcote) getötet und ihn selbst in einen Vampir verwandelt hat, sorgt sie auch noch dafür, dass der gut betuchte Barnabas (Johnny Depp) in einem Sarg unter der Erde die kommenden Jahrhunderte ausharren muss. Als er per Zufall im Jahr 1972 ausgebuddelt wird, muss Barnabas feststellen, dass sich so einiges verändert hat – nur nicht die Hassliebe zu seiner garstigen Ex …

Produktionsland: USA                                            Regie: Tim Burton

Originalsprache: Englisch                                     Länge: 113 Minuten

Altersfreigabe: FSK 12                                            Erscheinungsjahr: 2012


Problematisch ist das erzählerische Chaos, das dazu führt, das einige Szenen für den Nichtkenner der Serie belanglos erscheinen. Nachdem man nämlich in fünf Minuten die Vorgeschichte von Barnabas, Josette und Angelique runtergehaspelt hat, befinden wir uns in der Gegenwart, in der wir Victoria begegnen, einem Ebenbild von Barnabas‘ Josette. Wie, warum und in welcher Form die beiden Frauen ein und dieselbe, eine Reinkarnation oder miteinander verwandt sind, wird nie so richtig aufgelöst. Egal. Wir begleiten Victoria/Josette nach Collinswood, wo sie bei den letzten Collins-Nachfahren anheuert. Schnell wird deutlich, dass beide Seiten so ihre Geheimnisse voreinander haben und nicht umsonst dort sind. Weiterlesen

Filmkritik von „Man lernt nie aus“

Wie ein wilder Stier im Büro

Als dem Witwer Ben Whittaker (Robert De Niro) nichts mehr einfällt, was seine Zeit als Rentner ausfüllt, bewirbt er sich auf eine Anzeige für eine Praktikumsstelle in einem hippen Start-up. Was als Eigenwerbung für das Unternehmen beginnt, wird für alle Beteiligten schnell zu einer Art Lebenshilfe, denn der clevere Rentner versteht es, seinen jungen Kollegen unter die Arme zu greifen – auch im Privatbereich.
Wenig begeistert ist davon zunächst seine Chefin, die Start-up-Gründerin Jules Ostin (Anne Hathaway). Erst als Jules den Neuzugang näher kennen lernt, ändert sich ihre Einstellung. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft …

Originaltitel: The Intern                                                  Erscheinungsjahr: 2015

Produktionsland: USA                                                      Regie: Nancy Meyers

Altersfreigabe: FSK 0                                                        Länge: 121 Minuten

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Fantasy Filmfest 2017 – Erster Eindruck

Specials

(Wer sich durch das gesamte Programm vom Fantasy Filmfest schmökern möchte, kann hier mal vorbeischauen:

http://www.fantasyfilmfest.com/dt/programm.html)


Opening Night

It

Erster Eindruck: Zunächst war ich ja skeptisch, weil Hollywood schon wieder ein Remake auskotzt, aber bei diesem Trailer läuft einem ein kalter Schauer über den Rücken …

 


Centerpiece

Sicilian Ghost Story

Erster Eindruck: Leider gibt es diesen Trailer soweit ich sehen konnte nur ohne Untertitel. Das macht es etwas schwieriger, ihn zu bewerten. Aber nach allem, was die Bilder so preisgeben, treffen sich in diesem Film Schönheit, Dunkelheit, Licht und Mysterium. Sieht auf den ersten Blick recht kunstvoll aus und spielt nach allem, was man liest mit märchenhaften Elementen, die sich um eine Coming-of-Age-Story ranken. Bin auf jeden Fall gespannt.


Director’s Spotlight

Jungle

Erster Eindruck: Zauberlehrling, furzende Leiche und nun Abenteurer: Daniel Radcliffe probiert sich in vielen Rollen aus – das muss man ihm lassen. In „Jungle“ dürfen wir ihm in den titelgebenden Dschungel folgen, begegnen dort dem Kannibalen von Rothenburg alias Thomas Kretschmann, der bald darauf lost ist, woraufhin Harry – äh, nein, falscher Film – woraufhin Yossi zum Mogli werden muss, um den Weg in die Zivilisation zurückzufinden. Mein Fazit: Daniel Radcliffe meets „The Jungle Book“ meets „Cast Away“ meets „Lost“. Mal sehen, ob ich das mag.

 


Closing Night

The Villainness

Erster Eindruck: Jede Menge Frauenpower und atemlose Action … mal sehen, ob und wieviel Story es dazu gibt und ob das überhaupt das Erzählerische überhaupt das entscheidende Element dieses Films sein soll.

 

 

 

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Review zur siebten Staffel von Game of Thrones – einmal mit und einmal ohne Spoiler

Die neue Staffel der Erfolgsserie von HBO ist diesen Montag/Sonntag zu Ende gegangen und hat uns dem Finale wieder ein Stück näher gebracht. Was es Neues gibt in Westeros: Jon Snow (Kit Harington) trifft Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) und Cersei Lennister (Lena Headey) plant derweil ihre Rache an den Mördern ihrer Kinder. Unterdessen muss ihr Bruder Tyrion (Peter Dinklage) sich in seine Aufgaben als Hand seiner neuen Herrscherin einfinden, während Sansa (Sophie Turner) auf Winterfell von Jon Snow zurückgelassen wird und dort ihre eigenen Kämpfe auszufechten hat.

Für alle, die die siebte Staffel noch nicht gesehen haben, gibt es hier die Kritik OHNE Spoiler:

Mit der siebten Staffel bewegen wir uns in großen Schritten auf das Finale der Erfolgsserie von HBO zu. Das Tempo hat merklich zugenommen und die militärischen Auseinandersetzungen lassen nicht lange auf sich warten. Hier gibt es schon im Verlauf von Folge 1 bis 4 einige brilliant choreografierte Kämpfe zu bewundern, u. a. eine Schlacht zu Wasser, bei der einer der neuen Charaktere auf Seiten der Lennisters seine Fähigkeiten zur Zerstörung unter Beweis stellen darf.

Es werden im Rahmen dieser Staffel auch einige Geheimnisse abschließend enthüllt, neue Allianzen geschlossen und Storylines beendet, deren Handlungsstränge bisher so ein wenig offen standen. Tatsächlich gelingt es den Autoren auch ohne die Romanvorlage eine stringente Geschichte zu erzählen.
Es fügen sich folglich viele einzelne Handlungsfäden und langwieriges Character building zu einem sinnvollen Ganzen. Wer gut aufpasst oder gerne mal im Netz in den entsprechenden Foren sucht, wird auf so einige Zitate aus früheren Staffeln stoßen, die sich nun bewahrheiten und daher wie epische Vorausdeutungen erscheinen. Über eine derartige Kontinuität wird sich wohl besonders der aufmerksame GoT-Nerd freuen.

Die Struktur vorheriger Staffeln (erste Folgen spannend, Mitte der Season langwierig bis -weilig, episches Ende und fieser Cliffhanger) gibt es in Staffel 7 so nicht. Viele Entwicklungen verlaufen schneller und die Charaktere haben einen ausgereiften Punkt erreicht, der in mancher Hinsicht auch die lang andauernden Wanderungen der letzten Staffeln rechtfertigt.
Zumindest versteht man nun, warum die Figuren in Staffel 7 so agieren wie eben zu sehen. Damit soll an dieser Stelle nicht behauptet werden, dass es im Finale keinen Cliffhanger gäbe. Natürlich gibt es einen und was für einen! Die letzte Szene ist schon als Bild eine Wucht und setzt die Messlatte für die kommenden Schlachten der finalen Staffel hoch.

Folglich bietet diese Season in visueller und musikalischer Hinsicht ebenfalls einige Höhepunkte. Dies ist man ja durchaus schon gewöhnt, denn der Vorspann von „GoT“ ist ja mittlerweile ikonisch in der Popkultur geworden. Nichtsdestotrotz gibt es musikalisch wieder eine konsequente Weiterentwicklung einiger Themes, die vielen Szenen eine besondere Dynamik verleihen.

Einige Reiseunternehmen bieten ja Fahrten zu den Drehorten der Serie an. Das ist durchaus auch diesmal im Hinblick auf einige Settings eine clevere Idee, da unter anderem der neue Stützpunkt von Daenerys eine Augenweide ist.

Fazit: Ich glaube, aufgrund meiner Lobeshymnen ist es wohl schon ziemlich ersichtlich, dass ich die siebte Staffel von „GoT“ insgesamt auf allen Ebenen für sehr gelungen halte und nun dringend eine Ersatzdroge brauche, bis endlich die nächste und letzte Staffel kommt …

Für alle, die die siebte Staffel schon gesehen haben, gibt es hier die Kritik MIT Spoilern, wobei ich aus Platzgründen nur ein paar wichtige Höhepunkte dieser Staffel herausgreifen werde:

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